Über die windige Biscaya nach Cherbourg

Nach fünf Tagen segeln sind wir gestern Nachmittag in Cherbourg angekommen und liegen jetzt hier in der riesigen Marina Chantereyne am Steg. Wir sind doch schon am Donnerstag Abend von La Coruna abgelegt, um dann mit dem passenden Wetterfenster die berüchtigte Biscaya zu überqueren. Der erste Tag war ruhig und angenehm, dann haben wir mehr und mehr die Segel reffen müssen, bis wir am Schluss im dritten Reff mit kleiner Fock waren. Der Wind hat auf gut über 30 Knoten zugelegt und die Wellen sind bis auf sechs Meter angewachsen. Die Nacht von Samstag auf Sonntag war die windigste und spannendste. Die Wellen sind regelmäßig übers Deck ins Cockpit gewaschen und haben teils den Weg bis durch den Niedergang nach unten gefunden. Auf der Kleiderordnung standen zwei Lagen Skiunterwäsche, Ölzeug, Seestiefel, Handschuhe, Mütze, Schwimmweste und Lifebelt. Wer keine Wache hatte, hat geschlafen oder zumindest in der Koje gelegen, alles andere war zu schaukelig und unbequem. Auf dem Speiseplan standen Fertigdosen und Haferflocken, sogar Jörns geliebter Guten-Morgen-Spezial-Bordkaffe ist am Sonntag wegen zu schaukelig ausgefallen und musste dem Nescafe weichen.
Am Tag drauf hat der Wind sich beruhigt und noch einen Tag später ist dann auch die Welle zurückgegangen. Und, wie sollte es anders sein, der Wind hat sich natürlich so weit beruhigt, dass er gar nicht mehr zu spüren war. Flaute im Englischen Kanal. Dazu Sonnenschein und T-shirt-Wetter. Aber Flaute im Englischen Kanal ist nicht das was man sich wünscht. Bei bis zu 5 Knoten Strömung um die Kanalinsel Alderney und viel Verkehr wäre uns ein bisschen Wind lieber gewesen. Wir hatten trotzdem noch Glück, am Nachmittag hat dann eine leichte Thermik eingesetzt und uns in den Hafen von Cherbourg geblasen. Am vorletzten Tag hatten wir noch einen Besucher an Bord: Eine englische Brieftaube, die sich ausgeruht und dankbar etwas Wasser angenommen hat, bevor sie sich zwei Stunden später auf den Heimweg gemacht hat. Auch hatten wir wieder immer wieder viele Delfine um die Ivalu rum, die uns fast den ganzen Weg von La Coruna nach Cherbourg Gesellschaft geleistet haben.
Es ist ganz ungewohnt, hier wieder eine richtig hohe Tide zu haben. Da wir zum Vollmond angekommen sind hat es zur Zeit den größten Tidenhub von sechs Metern. Bei Niedrigwasser geht es vom Steg aus steil bergauf.
Im Moment sind gerade ein paar kleine Baustellen im Gange, wir bauen einen neuen Wasserhahn in der Pantry ein und erledigen die sonstigen Kleinigkeiten, die immer so anfallen. Bis moregn muss alles fertig sein und die Ivalu wieder blitzeblank, dann gibt´s Damenbesuch. Die Cori kommt für ein paar Tage, da freut sich der Captain ganz besonders :-)
Soweit von uns, viele liebe Grüße aus der sonnigen Normandie senden
Martin und Jörn

Kommentare

  1. ey ahoi ihr zwo Pflüger

    mensch das geht ja ziemlich schnell, wollt euch noch sagen, dass ihr mir in La Coruna a Surfbreddl mitnehemen sollt und schon sinds fast dahoam...
    was war da mit August? Wenn das weiter so geht seit ihr ja Übermorgen schon in Kiel und ich hab doch jetzt Prüfungen und erst Ende Juli Zeit nach Kiel zu fahrn.
    nein;) finds geil, dass ihr so schnell vorankommt. Frage an den Jörn; bleibt er denn bis Kiel an Bord? Wenn ja, warum bekommt er so krass viel Urlaub, sauerei!

    schaut dass euch der Mond noch genügend Wasser unterm Kiel lässt
    und machtses gut burschn, bis bald!!
    Grüßle vom mike

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